04.06.05 / 20:15h
KontraSax
Modern Jazz
Christina FuchsSopransax, Bassklarinette
Romy HerzbergKontrabass

Die erzählerischen Eigenkompositionen von KontraSax basierenauf der spannenden Balance zwischen frei improvisierten und vorstrukturierten Elementen und dem Wechselspiel meditativer und perkussiver Elemente.
Neben Konzerten gestaltet KontraSax Auftritte in weiteren Zusammenhängen
wie Performances und Vernissagen. Durch die besondere Gabe Musik mit anderen Künsten zu vereinen sucht KontraSax immer wieder den Dialog mit Film, Bühne und Literatur, mitTänzerInnen, SchauspielerInnen,
bildenden KünstlerInnen und anderen MusikerInnen.



Besprechung der neuen KontraSax-CD “Zanshin”
im Jazzpodium vom Mai 2004Zanshin JHM 130

“Zanshin- eine innere Haltung höchster Konzentration bei gleichzeitiger Gelassenheit.” Mehr Orientierung geben die Saxophonistin und Klarinettistin Christina Fuchs und die Kontrabassistin Romy Herzberg dem Hörer ihrer neuen CD nicht. Mehr ist auch nicht nötig, denn Fuchs und Herzberg füllen dieses Programm mit Leben. Auf zurückgenommenem Energieniveau loten sie Klangräume aus,doch gelassen bleibt hier niemand. Fuchs’ Linien auf Sopransaxophon oder Bassklarinette folgen einem sanften aber vorwärtstreibendem inneren Drang.
So langgezogen und schwebend sie manchmal sein mögen, jeder Ton, bzw. Klang nuanciert das Gesamtbild neu und entwickelt es weiter. Herzberg kontrapunktiert dies mit ruhigen, aber verschachtelten Basslinien, Ostinati oder Liegetönen. Der jeweilige Gestus lässt den Klängen stets die Luft zum Atmen. Für zwei Stücke schloss sich der indische Tablaspieler Arup Sen Gupta Kontrasax an. Seine Beiträge brechen den meditierenden Charakter des “Zanshin”-Konzepts auf, z.B. in “Raga”. Aus diesem zunächst kühl schimmernden Klangquader, bei dem die Tranformation- von Dtail zu Detail- ultralangsam voranschreitet, pickt Gupta Klangblöcke heraus und belebt den KlangkörperStück für Stück. Freiheit, die in gelassenem Tun liegt, strahlt aus jedem gespielten Klang. Kontrasax nehmen sie sich, und machen daraus immer wieder etwas anderes und neues. Die Reise in die Gelassenheit endet nach nur 47 Minuten, die Entdeckungsreise beginnt jedoch bei jedem weiteren Durchgang aufs Neue.
(Thorsten Meyer)