12.05.06 / 20:15h
Roman Schwaller Sextett
feat. Derrick Gardner und Adrian Mears
Modern Jazz
Roman Schwallertenorsax
Derrick Gardnertrumpet
Adrian Mearstrombone
Oliver Kentpiano
Thomas Stabenowbass
Mario Gonzidrums

Das aktualisierte Rowohlt-Jazz-Lexikon bezeichnet den Schweizer Roman Schwaller zu Recht als einen der wichtigsten Tenorsaxofonisten seiner Generation in Mitteleuropa. Seine spezifische Art, „Floskeln zu sequenzieren, hohe Töne zu beugen, Ruhepunkte zu setzen, Drive anzufachen“ (Kritiker-Zitiat) liessen ihn als individuelle Stimme ohne weiteres identifizieren. Nun präsentiert er mit seinem bisher wohl ambitioniertesten Projekt „The Thurgovian Suite“, das ihm sein Heimatkanton ermöglichte, sein neues, international hochkarätig besetztes Sextett.

Schwaller hat sich längst als Bandleader einen Namen gemacht, sei es mit seinem Quartett mit dem legendären Schlagzeuger Jimmy Cobb, Three Generations of Tenorsax (mit Johnny Griffin), Swiss Tenors (mit Andy Scherrer), seinem Nonett oder – wie zuletzt – mit seinem Billie Holiday gewidmeten Programm (mit Cobb und dem Bassisten Isla Eckinger). Dabei hat er schon bisher viele Arrangements beigetragen und auch selbst komponiert. Der Kanton Thurgau schenkte ihm vor zwei Jahren mit einem Förderpreis Zeit zum bisher grössten Opus: „The Thurgovian Suite“ für ein Sextett. Die acht Sätze umfassende Komposition, „modern straight ahead“, aber ausführlicher komponiert und arrangiert, reflektiert Schwallers Jazzlaufbahn. Jeder Part besteht aus verschiedensten Teilen, die harmonischen und rhythmischen Strukturen werden aufgebrochen und führen zum Teil in unerwartete, andere Ebenen.

„The Thurgovian Suite“ wird von Roman Schwaller und einem ganz namhaften Sextett vorgestellt: Nebst Schwaller mit dabei der amerikanische Startrompeter Derrick Gardner, langjähriges Mitglied des Count Basie Orchestras, der auch mit Musikern wie George Benson, Dizzy Gillespie, Nancy Wilson oder Joe Williams zusammen arbeitete. Der australische Posaunist, Komponist und Jazzlehrer Adrian Mears wird oft als Ausnahmemusiker bezeichnet. Er besticht nicht nur auf seinem Instrument, sondern auch durch die Kreativität seines sonstigen musikalischen Schaffens und wurde 1990 in seiner Heimat als „Best Australian Trombonist“ gewählt. Mears ist wie der Schlagzeuger Mario Gonzi – bekannt für seine rhythmische Vielfalt und seinen treibenden Beat – Mitglied des weltberühmten Vienna Art Orchestras, dem auch Schwaller mal angehörte. Der Hans-Koller-Preisträger Oliver Kent aus Wien, lange als Geheimtipp gehandelt und gehört zur Garde der europäischen straight ahead Pianisten. Der Münchner Bassist Thomas Stabenow, Professor an der Musikhochschule in Mannheim und Besitzer eines eigenen Labels ist einer der gefragtesten deutschen Jazzbassisten. Stabenow hält sich gerne im Hintergrund, bietet aber jeder Band die Basis für ihr Schaffen und beeindruckt durch eine stupende Technik ebenso wie durch sein verschmitzt verschachteltes Spiel.

Das neue Roman Schwaller Sextett – eine bestechende Formation mit grossen Solisten, aber auch einer beeindruckenden Ensembleleistung. Die Band wird im Mai 2006 eine zweiwöchige Tournee absolvieren und die neue CD, die auf dem Schweizer Label TCB Records im Januar 2006 erscheinen wird, präsentieren.